Aquatische Neobiota

Gebietsfremde Tiere und Pflanzen in Gewässern können das Leben unter Wasser schädigen und auch für uns Menschen unangenehme oder kostspielige Auswirkungen haben. Darum ist es wichtig, dass Wassersport- und Fischereibegeisterte einige

Verhaltensregeln

beachten.

Was sind invasive aquatische Neobiota?

Tiere und Pflanzen, die ursprünglich nicht bei uns heimisch sind, werden als Neobiota bezeichnet. Wenn sie sich stark ausbreiten und Probleme verursachen, sprechen wir von invasiven Neobiota. Solche invasiven Neobiota kommen auch in den Schweizer Gewässern vor. Oft werden sie unbemerkt mit Booten, Wassersport- oder Fischereimaterial von einem See oder Fluss zum nächsten verschleppt. Bisher wird davon ausgegangen, dass die Zentralschweizer Gewässer noch wenig von aquatischen Neobiota betroffen sind.


Invasive Quaggamuscheln an einem Bootspropeller (Foto: Utah Division of Wildlife Resources, Natalie Muth, CC BY-NC-ND 2.0)


Warum sind aquatische Neobiota problematisch?

Gewässer sind komplexe Ökosysteme. Treten invasive Neobiota massenhaft auf, stören sie das ökologische Gleichgewicht, verdrängen einheimische Arten oder verursachen Schäden an Infrastrukturanlagen. Die langfristigen Folgen einer Invasion sind oftmals nicht absehbar. Ausserdem gibt es bis jetzt keine praktikablen Lösungen, um eine einmal etablierte Art wieder loszuwerden. Umso wichtiger ist es, zu verhindern, dass sich diese Arten überhaupt ansiedeln können!

Einige Beispiele für Schäden durch invasive aquatische Neobiota: Quaggamuscheln können die gesamte Nahrungskette in einem Gewässer beeinflussen. Sie ernähren sich von Plankton, welches sie aus dem Wasser filtrieren. Diese Nahrung fehlt dann wiederum Nährtieren von Fischen (z.B. Wasserflöhen). Zudem können Quaggamuscheln Wasserleitungen, Hafenanlagen oder Bootsrümpfe überwuchern. Für Betreiber von Kraftwerken oder Wasserversorgungsanlagen ist die Reinigung aufwändig und kostspielig.

Weitere Beispiele sind invasive Krebse – sie verdrängen die gefährdeten einheimischen Flusskrebse und können eine Krankheit übertragen, an der einheimische Krebse sterben. Auch gewisse nicht einheimische Wasserpflanzen, die in Gewässern entsorgt werden oder auf anderen Wegen ins Gewässer eingebracht werden, können invasiv werden und einheimische Arten verdrängen. Immer wieder werden auch Tiere absichtlich ausgesetzt (dies ist verboten) – sei es, um sich eines Haustiers zu entledigen oder um beispielsweise für den Angelsport beliebte Fische in einem See oder Teich anzusiedeln. 

Kamberkrebs – kommt massenhaft u.a. in Lauerzer-, Zuger- und Vierwaldstättersee vor.
Kamberkrebs – kommt massenhaft u.a. im Lauerzer-, Zuger- und Vierwaldstättersee vor (Foto: Kuno von Wattenwyl).

Wasserpest – eine Wasserpflanze, die in verschiedenen Zentralschweizer Gewässern verbreitet ist.
Wasserpest – eine Wasserpflanze, die in verschiedenen Zentralschweizer Gewässern verbreitet ist (Foto: Amt für Gewässer, SZ)

Sonnenbarsch – Dieser gefrässige Fisch wurde aus Aquarien ausgesetzt und kann sich auch in unseren Gewässern fortpflanzen. So ist er nun z.B. auch im Zürichsee zu finden.
Sonnenbarsch – Dieser gefrässige Fisch wurde aus Aquarien ausgesetzt und kann sich auch in unseren Gewässern fortpflanzen. So ist er nun z.B. auch im Zürichsee zu finden (Foto: Kuno von Wattenwyl).

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