Sonderschau
“Exotische
Problempflanzen”
an der Luga

Die Zentralschweizer Kantone präsentieren an der Luga 2018 die Sonderschau “Exotische Problempflanzen”. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Pflanzen für den eigenen Garten auszuwählen. Aber Achtung, an der Kasse wird aufgedeckt, welche Pflanzen exotische Problempflanzen sind und eine Gefahr darstellen.

Der Stand der Zentralschweizer Kantone verwandelt sich dieses Jahr in ein Gartencenter der besonderen Art: Zierpflanzen, einheimische Pflanzen sowie exotische Problempflanzen werden von ihrer schönsten Seite präsentiert. Welche Pflanzen problematisch sind und deshalb nicht empfohlen werden, erfahren Besucherinnen und Besucher sobald sie ihren „Einkauf“ an der Kasse auswerten lassen.

Anreiz zur Entfernung exotischer Problempflanzen

Alle, die den Selbsttest erfolgreich meistern, dürfen eine einheimische Pflanze aus regionaler Produktion mit nach Hause tragen und sie im Garten oder auf dem Balkon pflanzen. Wer zudem exotische Problempflanzen aktiv aus dem eigenen Garten oder Balkon entfernen will, kann mit etwas Glück einen Gutschein für dieses Unterfangen gewinnen. Der regionale Gartenfachhandel und die Albert Koechlin Stiftung unterstützen so Projekte zur Entfernung exotischer Problempflanzen in der Höhe von mehreren 1000 Franken. 

Invasive Neophyten – ein wachsendes Problem

Exotische Pflanzen sind gebietsfremde Pflanzen. Ursprünglich kamen sie bei uns nicht vor. Durch den Menschen gelangten sie als Nutz- oder Gartenpflanzen oder unbewusst durch Einschleppung zu uns.

Die meisten exotischen Pflanzen sind eine Bereicherung und gefährden weder Mensch noch Natur. Bei einem kleinen Teil von ihnen handelt es sich um exotische Problempflanzen, sogenannte invasive Neophyten. Diese fallen durch ihren üppigen Wuchs, ihre schnelle, invasive Verbreitung und Verdrängung der einheimischen Arten negativ auf. Sie breiten sich aus Gärten und Parkanlagen unkontrolliert aus. Zunehmend stellen sie für unsere Forstwirtschaft, den Naturschutz, die Landwirtschaft, die Infrastruktur und die menschliche Gesundheit ein Problem dar. Deshalb muss die weitere Verbreitung und Verschleppung verhindert werden.

Teufelskreis aufbrechen und weitere Ausbreitung stoppen

Die Zentralschweizer Kantone engagieren sich zusammen mit der Stadt Luzern und der Albert Koechlin Stiftung an der Sonderschau 2018 und wollen die Bevölkerung für die Problematik sensibilisieren.  Da ein Teil der exotischen Problempflanzen immer noch in den Gärten wächst oder sogar weiterhin zum Verkauf zugelassen ist, kann die Bevölkerung einen wichtigen Beitrag leisten, die weitere Ausbreitung solcher Pflanzen zu verhindern. Werden keine exotischen Problempflanzen mehr gekauft und gepflanzt und werden zudem die bestehenden Pflanzen entfernt, kann das Risiko, dass sich die Problempflanzen aus den Gärten in der Umgebung verbreiten, vermindert werden. Mit der Zeit wird so eine zentrale Quelle der Ausbreitung gestoppt.

Besucherinnen und Besucher erhalten an der Sonderschau „Exotische Problempflanzen“ in der Halle 2 professionelle Beratung von Neophyten-Experten der Zentralschweizer Kantone und von der Stadtgärtnerei Luzern.

Neustes Globibuch «Globi und die neuen Arten»

Auch Globi befasst sich in seinem neusten Buch mit diesem hochaktuellen Thema. Am Stand der Zentralschweizer Kantone wird das Kindersachbuch «Globi und die neuen Arten» dem Zentralschweizer Publikum vorgestellt. Während Eltern sich professionell beraten lassen, können Kinder ins Buch eintauchen und die neuen Arten auf kindgerechte Art und Weise entdecken.

Die kantonalen Umwelt- und Naturschutzämter und das Fürstentum Lichtenstein unterstützten die Erweiterung der Buchreihe «Globiwissen» mit dem Ende April 2018 erschienenen Band «Globi und die neuen Arten».

Kontaktperson für Fragen:

KANTON LUZERN
Landwirtschaft und Wald (lawa)
Centralstrasse 33
6210 Sursee
peter.kull@lu.c

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Problempflanzen


Kirschlorbeer
In unseren Wäldern ist immer häufiger der Kirschlorbeer anzutreffen. Die beliebte Gartenpflanzte aus Kleinasien bildet rasch dichte Bestände und behindert die natürliche Verjüngung des Waldes. Die Bekämpfung gestaltet sich schwierig, aufwendig und zeigt zudem kaum Wirkung, solange der Nachschub aus den Gärten anhält.


Japanischer Staudenknöterich
Der Japanische Staudenknöterich gehört zu den gefährlichsten exotischen Problempflanzen. Schon kleine Wurzel- oder Sprossstücke können beispielsweise entlang von Gewässern einen neuen Bestand bilden. Die Bekämpfung gestaltet sich meist extrem schwierig und ist entsprechend kostenintensiv. Aus all diesen Gründen zählt der Japanische Staudenknöterich in der Schweiz zu den verbotenen Arten.


Goldruten
In vielen Naturschutzgebieten verdrängen die Nordamerikanischen Goldruten wertvolle und schützenswerte Pflanzen. Statt einer vielfältigen Biodiversität macht sich eine exotische Monokultur breit. Obschon die Nordamerikanische Goldrute zu den verbotenen invasiven Problempflanzen zählt, ist sie in vielen Gärten noch anzutreffen und verbreitet sich von da aus in die Natur.


Riesenbärenklau
Der Saft des Riesenbärenklaus ist giftig und kann starke Verbrennungen verursachen. Deshalb gehört der aus dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau zu den verbotenen invasiven Problempflanzen und wird aktiv bekämpft.


Sommerflieder
In Gärten ist der Sommerflieder ein beliebter Busch und wird immer noch neu angepflanzt. Mit Millionen von leichten Samen breitet er sich sehr rasch aus und überwuchert schnell offene Flächen entlang von Gewässern und in Wäldern. Der Sommerflieder verdrängt die dort wachsenden einheimischen Pflanzen und sonnenliebenden Tierarten.